Cookie Matching

Definition von Cookie Matching Dr. Jochen Schlosser
12. Januar 2017 |  3694  0
Dr. Jochen Schlosser

Cookie Matching ist zentrales Element von Real-Time-Advertising und bezeichnet die Zusammenführung verschiedener Cookie-IDs von ein und demselben Nutzer.

Cookies sind domainspezifisch, sie können nur vom Inhaber der jeweiligen Domain, dem Publisher, Advertiser oder Technologieanbieter, gelesen werden. Da auf den eigenen Webseiten nur begrenzt User-Informationen gesammelt werden können, ist es sinnvoll, Daten von verschiedenen Domains und Quellen zusammenzuführen. Dafür muss Cookie Matching eingesetzt werden.

Im Rahmen des Cookie Matchings wird dabei eine Tabelle erstellt. Diese sogenannte Cookie-Matching-Tabelle, fungiert als Übersetzungshilfe zwischen den IDs der jeweiligen Webseiten. Besucht ein User eine Webseite, erhält er automatisch eine individuelle ID. Der Inhaber der Seite kann diese ID, welche im eigenen Cookie hinterlegt ist, lesen. Im Rahmen des Matchings gibt er sie mit einem simplen Aufruf an ein weiteres System (z.B. einen Adserver, eine DSP oder DMP) weiter. Wichtig: In dem Moment, in dem der Webseitenbetreiber die ID an das Drittsystem übermittelt, kann dieses für einen Moment auf den Browser des Users zugreifen und eine eigene ID setzen. Anschließend werden diese beiden IDs als zum selben Nutzer gehörend innerhalb der Cookie-Matching-Tabelle gespeichert.

Sobald ein User gemached ist, kann eine Seite mit der eigenen ID bei einer anderen anfragen und mit Hilfe der Übersetzungstabelle nachschlagen, ob zu diesem Nutzer weitere Infos bekannt sind. Diese Informationen können dann über einen Rückkanal ausgetauscht werden. Das Verfahren lässt somit Rückschlüsse auf das domainübergreifende Surfverhalten eines Users zu. Ein bisher unbekannter oder kaum bekannter Nutzer kann so besser eingeordnet werden. Im Ergebnis kann der User mit entsprechend relevanteren Werbebotschaften angesprochen werden.