Datensilo

Definition von Datensilo Felix Schirl
5. Juli 2019 |  1165  0
Felix Schirl

Als Datensilo werden Datenbestände und Informationen bezeichnet, die an verschiedenen Orten abliegen, auf die nur bestimmte Abteilungen oder Nutzergruppen in einem Unternehmen Zugriff haben. Datensilos können absichtlich oder unabsichtlich entstehen. Häufig entstehen sie dadurch, dass Kunden und Interessenten an vielen Punkten („Touchpoints“) mit einem Unternehmen in Kontakt treten. An jedem Kontaktpunkt fallen verschiedene Daten zum Kunden bzw. Nutzer an, die in unterschiedlichen Datenbanken und Programmen gespeichert werden. Um Kunden über verschiedene Touchpoints hinweg konsistent ansprechen zu können, ist es unerlässlich, Datensilos aufzulösen bzw. zu vermeiden.

Die Ausnahme: Erwünschte Datensilos

Datensilos an sich sind nicht immer negativ. In einigen Spezialfällen müssen diese existieren, um den Datenschutz oder bestimmte Compliance-Richtlinien zu erfüllen. Dies ist beispielsweise im Bankwesen der Fall.

Unerwünschte Datensilos

Besonders im Online-Marketing und in der Kundenansprache sind Datensilos hinderlich. Wenn mehrere Silos mit denselben Daten existieren, entstehen Fehler – denn die Daten werden womöglich nicht gleichwertig gepflegt. Zudem benötigen getrennte Datensilos einen vielfach höheren Speicherplatz und verursachen höhere Arbeitsaufwände. Auch um Nutzer möglichst individuell anzusprechen, sind relevante und aktuelle Nutzerdaten von besonderer Bedeutung. Dazu gehören zum Beispiel persönliche Vorlieben (Marke/Kategorie), die Kaufhistorie, Newsletter-Abos und vieles mehr. Unternehmen, die ihre Kunden genau kennen, können das Einkaufserlebnis und ihren Service nachhaltig verbessern – auf allen Kanälen. Je größer die Anzahl der Kanäle, desto größer die Gefahr verschiedener Datensilos.

Dies wird anhand eines Beispiels deutlich: Ein User kauft etwa einmal im Monat in einem Online-Shop ein, surft aber jeden Tag auf der Website nach Angeboten. Ein anderer User besucht die Seite nur einmal im Monat, kauft aber dann direkt. Es handelt sich demnach um Nutzer mit sehr verschiedenen Ansprüchen. Im Customer-Relationship-Management-System (CRM) ist bei beiden lediglich „kauft einmal pro Monat“ hinterlegt. Werden aber die Daten aus dem CRM-System mit Verhaltensdaten auf der Website zusammengebracht, ist eine differenzierte Ansprache möglich.

Auflösen von Datensilos

Eine zentrale Datenbasis wird benötigt, um das Unternehmen und seine Abteilungen auf die Kundenbedürfnisse auszurichten und eine personalisierte Ansprache zu ermöglichen. Der Zugriff muss aus allen Abteilungen möglich sein, um Anfragen schnell und richtig beantworten zu können. Hierzu wird eine übergreifende Plattform (zum Beispiel eine Customer Data Platform) oder eine Marketing Suite benötigt, mit der alle Daten verknüpft und für eine bessere Ansprache genutzt werden können.

Zusätzliche Quellen

Als Datensilo werden Datenbestände und Informationen bezeichnet, die an verschiedenen Orten abliegen, auf die nur bestimmte Abteilungen oder Nutzergruppen in einem Unternehmen Zugriff haben.