Design Thinking

Definition von Design Thinking Boris Gloger
24. Mai 2016 |  2316  0
Boris Gloger

Design Thinking beschreibt einen methodischen Ansatz, Produkte aus Sicht des Nutzers zu entwickeln und auf diese Weise dessen eigentliche Problemstellungen zu lösen.

Zentrales Element von Design Thinking ist die Befriedigung von Nutzerbedürfnissen. Interdisziplinäre Teams folgen dabei einem Prozess und Werten, die sich an Arbeitsweisen von Designern orientieren. Dieser Prozess besteht aus fünf Schritten:

  1. Discovery: Das Beobachten und Verstehen der Nutzer dient dazu, deren ureigene Probleme zu definieren. Oft wurden diese von den Nutzern noch gar nicht erkannt.
  2. Ideation: Die Beobachter entwickeln gemeinsam Ideen (so viele wie möglich) zur Problemlösung.
  3. Prototypen: Für die umsetzbaren Ideen werden konkrete Lösungen designet und prototypisch, das heißt schnell und günstig, erstellt. Pro Idee können ein bis unbegrenzt viele Prototypen entstehen.
  4. Experimentation: Die Anwender probieren die Prototypen aus. Dabei werden sie erneut beobachtet, um zu sehen, ob eine Idee funktioniert, also ein Problem tatsächlich gelöst wird.
  5. Evolution: Das im „Experimentation“ beobachtete Verhalten führt in der Regel zu Erkenntnissen über die Güte der Ideen und der Prototypen. Die neuen Beobachtungen werden dann sofort wieder in neue Prototypen überführt und der Kreislauf beginnt möglicherweise noch einmal von vorne.
Design Thinking

Sechs Phasen des Design Thinking – Quelle: Boris Gloger

Die einzelnen Schritte sind nicht als strenge Sequenz zu betrachten, sondern dürfen sich wiederholen. Die zweite Grundsäule des Design Thinking sind vier Werte bzw. Prinzipien, die nicht nur den Umgang mit den Kunden und den Nutzern eines Produkts beeinflussen, sondern auch den Umgang der Menschen miteinander in einem Unternehmen.

  • Human-centered: Empathie und Verständnis für die Bedürfnisse und Motive von Menschen
  • Collaborative: Der Blick aus verschiedenen (fachlichen) Perspektiven fördert die eigene Kreativität.
  • Optimistic: Design Thinking basiert auf dem Glauben, dass Veränderungen geschaffen werden können und der Prozess des Designs angenehm sein kann. Es wird grundsätzlich positiv gedacht und neue Ideen werden immer begrüßt.
  • Experimental: Fehler dürfen passieren, denn aus jedem Fehler entsteht eine neue Idee. Dahinter steht das Vertrauen, dass Besseres möglich ist und dass man es geschehen lassen kann.

Prozesse und Werte des Design Thinkings sind nicht nur auf die Entwicklung von Produkten anwendbar, sondern genauso auf die Entwicklung und Umsetzung von Strategien und das Management – es ist eine lösungsorientierte Form des Denkens.

Die Methode stammt von der Innovationsagentur IDEO, die heute sogar Unternehmens- und Organisationsstrukturen nach den Prinzipien von Design Thinking entwickelt.