DMP – Data Management Platform

Definition von DMP – Data Management Platform Jürgen Boiselle
27. April 2017 |  3391  0
Jürgen Boiselle

DMP ist eine Abkürzung für Data Management Platform, eine einheitliche Plattform, auf der Daten gesammelt, verwaltet und aktiv für das individualisierte Marketing verwendet werden können, um Kunden und Interessenten gezielter anzusprechen.

Bei jeder Interaktion mit dem Unternehmen, insbesondere bei Online-Kontakten, gibt der Kunde Informationen über sich preis. Im Gegenzug erwartet er heute, individuell angesprochen zu werden – zur richtigen Zeit, über den richtigen Kanal und mit der richtigen personalisierten Botschaft. Der beste Weg zu einem datengestützten Marketing, das diese attraktive Kundenkommunikation in Echtzeit ermöglicht, führt über die Zentralisierung aller Daten auf einer Data Management Platform (DMP).

Eine DMP ermöglicht es dem Unternehmen, Daten über seine Kunden in einem System zu sammeln und zu analysieren – Verhaltensdaten, geografische Daten und Profildaten von allen Kontaktpunkten einschließlich Web-Seiten und Kommunikation auf Social Media-Kanälen. Als Ergebnis erhält es ein integriertes Bild, das alle Datenquellen online einbezieht. Diese 360°-Sicht auf den Kunden wird dann genutzt, um fein segmentierte Zielgruppen punktgenau zu erreichen. Abhängig von den Anforderungen eines Unternehmens können die Funktionen einer DMP variieren. Neben der Erfassung der Kundendaten sollte die Data Management Platform auch die Echtzeitanalyse von Kampagnen bieten, sodass das Marketing seine Kampagnen optimieren kann, während sie noch laufen. Wenn ein Unternehmen seine Offline- und Online-Kommunikation synchronisieren will, wird es die DMP-Daten mit seinen CRM-Daten abgleichen wollen, um eine konsistente Customer Journey über alle Kanäle zu gewährleisten.

Die DMP fungiert als Kurzzeitgedächtnis, die das Kundenverhalten verfolgt und vor allem für die Echtzeitaussteuerung im digitalen Marketing zuständig ist. Die Data Management Platform hat einen wesentlichen Vorteil: Sie kann recht einfach in ein bestehendes Ökosystem eingebunden werden. Es ist also nicht nötig, die bestehenden Systeme zu ersetzen. Außerdem ermöglicht eine DMP auch eine zielgerichtete Ansprache unbekannter Nutzer, indem in Echtzeit das Verhalten, beispielsweise auf der Webseite, analysiert und mit Nutzerprofilen verglichen wird. So können auch Kunden genauer angesprochen werden, die sich nicht identifizieren (z.B. durch das Einloggen auf der Webseite) und über den nur limitierten Informationen zur Verfügung stehen. Neben diesen Vorteilen, besteht der Nachteil der DMP auf der anderen Seite darin, dass nur ein Ausschnitt der Daten wirklich eingebunden werden kann, und die Analysemöglichkeiten im Vergleich zu Analyseplattformen oder einem Data Lake, limitiert sind.