Educated Decision-Maker

Definition von Educated Decision-Maker Karl Krainer
29. Juni 2016 |  2195  0
Karl Krainer

Unter einem Educated Decision-Maker (EDM) wird ein Konsument verstanden, der aufgrund der neuen digitalen Möglichkeiten zu einem autonomen, wohlinformiertem und selbstbewussten Entscheidungsträger geworden ist. Er hat einen neuen Level an Erfahrungen, Fähigkeiten und Wissen erreicht und kann somit Entscheidungen mit einem sicheren und guten Gefühl für sich selbst treffen.

Unterschiedlichste Services und Dienste in der fortschreitenden digitalen Transformation ermöglichen es dem Educated Decision-Maker, sich rasch zu informieren, Produkte und Dienstleistungen zu vergleichen und zu gestalten sowie völlig neue Konsum-, Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten auszuschöpfen. Er kann unter anderem mit (seinen) Daten und seinem Wissen eine neue Verhandlungsposition einnehmen, die vorher nicht möglich war.

Als EDM erhält der Konsument eine neue Gestaltungs- und Handlungsmacht. Er erlangt damit aktive Kontrolle und verlässt seine eher passive Grundhaltung. Der EDM ist der wichtigste Transformationstreiber der Digitalisierung.

Verschiedene Phasen beschreiben die Emanzipation des Menschen zum Educated Decision-Maker.

  1. Exploring-Phase

Mitte der 90er Jahre entdecken erste Nutzer das Internet für sich. Erste Webseiten entstehen, die allerdings meist nur eingeschränkt nutzbar und längst noch nicht für jeden zugänglich und verständlich waren. Diese Phase ist mittlerweile abgeschlossen.

  1. Enabling-Phase

Um die Jahrtausendwende und in den nachfolgenden Jahren haben immer mehr User gelernt, zielorientiert im Web zu agieren. Neue Plattformen helfen den Menschen, online zu kaufen und zu verkaufen. Soziale Netzwerke für den beruflichen und privaten Bereich entstehen. Vieles lässt sich inzwischen im Internet finden, verbinden und sogar vergleichen. Das ermöglicht es dem User, bessere Entscheidungen zu treffen.

  1. Empowerment-Phase

Seit den letzten Jahren befindet sich der Konsument im Übergang zur Empowerment-Phase, die vor allem durch Smart Features und Advanced Apps geprägt ist. Neue Lösungen und Devices sorgen dafür, dass der Konsument nicht nur noch schneller und einfacher an Waren, Informationen und Unterhaltung kommt, sondern auch in vielen Bereichen handlungsfähiger und gestärkt wird. Beispiele hierfür sind Carsharing-Dienste, Dash-Buttons oder Fitness-Apps und Fintech-Anwendungen. Daneben entstehen immer neue Empowering-Services und -Produkte.

  1. Enhancement-Phase

Die Enhancement-Phase ist eine weitere Stufe in der zunehmend postdigitalen Welt, in der sich das Konsum- und Entscheidungsverhalten des Menschen durch hochentwickelte Technologien verändern wird. Technologische Entwicklungen wie zum Beispiel Internet of Things, Roboting und A.I. (künstliche Intelligenz) werden noch enger mit der Person des Nutzers verbunden. Diese Phase wird sehr stark von globalen Big Playern getrieben. Was vor zehn Jahren wie Science-Fiction wirkte und heute noch in den Kinderschuhen der Entwicklung steckt, wird sich sehr schnell in das Verhalten des EDMs integrieren. Durch das Wissen der ersten drei Phasen wird der EDM noch schneller dazulernen und Neuerungen in seinen Alltag einbeziehen.