Marketing Cloud

Definition von Marketing Cloud Ulrich Rohde
20. August 2015 |  4518  0
Ulrich Rohde

Unter einer Marketing Cloud versteht man ein integriertes Portfolio von Marketing-Technologie-Produkten, mit denen Analyse, Automatisierung und Orchestrierung von Kunden-Interaktionen auf der Basis von Insight-Daten möglich ist, um so Inbound- und Outbound-Marketing zu realisieren.

Angefangen hat es meist mit Marketing Suites, die unterschiedliche Software-Produkte für das Digital Marketing bündelten. Inzwischen stellen die meisten Anbieter ihre Lösungen on Demand über die Cloud zur Verfügung.

Ob Adobe, IBM, HP, Oracle, Salesforce, SAS, Teradata oder die SAP-Tochter Hybris – es gibt kaum noch ein großen Software-Anbieter ohne Marketing Cloud. Entstanden sind sie meist durch den Zukauf kleinerer Spezialanbieter und deren Integration zu einem Gesamtsystem. Das ist von Unternehmen zu Unternehmen mehr oder weniger gut gelungen und deshalb sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Lösungen gewaltig. Doch eines haben sie gemeinsam: Sie lohnen sich erst ab einem bestimmten Marketingbudget.

Der große Vorteil von Cloud-Lösungen ist allerdings ihr modularer Aufbau und dass nur die Funktionen bezahlt werden müssen, die auch tatsächlich benötigt und genutzt werden. Deshalb können auch kleinere Unternehmen prüfen, ob sie im ersten Schritt zunächst in das eine oder andere Marketingmodul investieren und später weitere Module ergänzen. Die Marktforscher von Forrester Research definieren in ihrer Studie The Forrester Wave: Enterprise Marketing Software Suites, für die insgesamt acht Anbieter von Digital-Marketing-Komplettlösungen nach 46 Kriterien unter die Lupe genommen wurden, diese Angebote als „ein integriertes Portfolio von Marketing-Technologie-Produkten, mit denen Analyse, Automatisierung und Orchestrierung von Kunden-Interaktionen auf der Basis von Insight-Daten möglich ist, um so Inbound- und Outbound-Marketing zu realisieren“.

Dashboards, die viele Informationen auf einen Blick bieten, sind ein wichtiges Visualisierungselement der Marketing Cloud.

Dashboards, die viele Informationen auf einen Blick bieten, sind ein wichtiges Visualisierungselement der Marketing Cloud.

Die Marketing Cloud sollte über einige Mindestbestandteile verfügen, die unter einer einheitlichen Benutzeroberfläche zusammengeführt werden. Dazu zählt eine Data-Management-Plattform, die alle Datenquellen an zentraler Stelle kombiniert. Außerdem ein Kampagnenmanagement, das eine regelbasierte Marketingautomation über die Kanäle E-Mail, Search, Display, Mobile und Social ebenso ermöglicht wie eine automatische Gebotsoptimierung über ein Bid-Management.

Weitere Tools für Webanalyse, Segmentierung, Testing, Tag-Management oder Social Media-Management und -Monitoring sind ebenso sinnvoll wie das Experience Management zur Personalisierung der Inhalte für Websites, Landingpages und mobile Anwendungen. Es umfasst dabei sowohl das Web Content Management (WCM) als auch das Digital Asset Management (DAM) und bietet optimalerweise auch Schnittstellen zu cloudbasierten Creativ-Tools, wodurch durchgängige Workflows in der Werbemittelgestaltung möglich werden.