Master Data Management

Definition von Master Data Management Dr. Holger Wandt
13. Oktober 2015 |  5812  0
Dr. Holger Wandt

Master Data Management (MDM), auch Stammdatenmanagement genannt, ist eine Bezeichnung für den Umgang mit den wichtigen Grunddaten eines Unternehmens. Es umfasst dabei alle strategischen, organisatorischen, methodischen und technologischen Aktivitäten in Bezug auf diese Informationen.

Stammdaten sind im Gegensatz zu Transaktionsdaten (z.B. Rechnungen, Bestellungen, Lieferscheine) und Bestandsdaten (wie etwa Lagerbestand, Kontostände) eigenschaftsorientiert. Sie beschreiben die wesentlichen Charakteristika von realen Objekten.

Master Data Management (MDM) ermöglicht organisationsübergreifend eine einheitliche Sicht auf den Kunden. Über einen als „wahr“ definierten Datensatz („Golden Record“) werden dabei Informationen aus den unterschiedlichen Quellsystemen zusammengefasst, gesäubert und bei Bedarf mit zusätzlichen Informationen angereichert. Mitarbeiter im Vertrieb, Service, Marketing oder der Buchhaltung sind dadurch immer auf dem gleichen Stand und können den Kunden qualifiziert beraten.

Daten in unterschiedlichen Systemen

Häufig liegen Stammdaten redundant auf verschiedenen Systemen und in unterschiedlichen Anwendungen verteilt. Dadurch entstehen Inkonsistenzen, die zu Fehlern in der Geschäfts-prozessabwicklung und -analyse führen. Eine einheitliche Kundensicht ist nicht möglich, wenn Kundendaten voneinander isoliert in verschiedenen Speichersystemen vorgehalten werden.

Master Data Management behandelt alle Aspekte, die es Organisationen ermöglichen, die Qualität ihrer Informationen sicherzustellen. Insbesondere sind dabei neben der Technologie auch Geschäftsprozesse und die „Data Governance“ zu berücksichtigen.

Datenqualität als Ausgangspunkt

MDM-Initiativen werden sinnvollerweise mit einer Verbesserung der Datenqualität begonnen. Denn an dieser Stelle lassen sich mit einem vergleichsweise geringen Aufwand gute Resultate erzielen. Zwar hängt die Einführung einer MDM-Lösung immer von den konkreten Zielen und Bedürfnissen eines Unternehmens ab, jedoch haben sich sieben Regeln in vielen Projekten als sinnvoll herausgestellt.

Bei der MDM-Implementierung ist ein pragmatischer Ansatz sinnvoll, der zunächst die richtigen Ziele setzt und sie quantifiziert. Der Entwurf eines Business-Case, dessen strategische Zielsetzung im Einklang mit der der Gesamtorganisation steht, ermöglicht es dabei, den Mehrwert des Projekts im Voraus zu bestimmen.

Nicht alles auf einmal regeln wollen

Zu den häufigsten Fehlern in einem Stammdaten-Projekt gehört der Wunsch, alles auf einmal regeln zu wollen. Doch das geht meist schief und führt bei Misserfolg nicht selten zum vorzeitigen Abbruch ohne Ergebnis.

Deshalb sollte für den Anfang zunächst eine kleine, deutlich umrissene Zielgruppe bei der MDM-Einführung ausgewählt werden. Am besten beginnt man mit einem spezifischen Problem, in Kombination mit den Mitarbeitern, die damit konfrontiert werden, und den Daten, die zur Lösung des Problems erforderlich sind.

Zusätzliche Quellen

Das sagt Wikipedia zum Stammdatenmanagement

Hier geht’s zu einer Pressemitteilung des Würzburger Business Application Research Centers zum Thema: Unternehmen haben im Umgang mit Stammdaten Nachholbedarf