Minimum Viable Product (MVP)

Definition von Minimum Viable Product (MVP) Mario Wimmer
8. Februar 2019 |  170  0
Mario Wimmer

Das Konzept des Minimum Viable Product – wörtlich übersetzt ein „minimal überlebensfähiges Produkt“ – entstammt dem Lean Startup-Gedanken. Es ist die erste minimal funktionsfähige Version eines Produktes, das entwickelt wird, um mit dem kleinstmöglichen Aufwand die Bedürfnisse und Anforderungen, beispielsweise von Kunden, zu befriedigen.

Minimum drückt aus, dass mit einem minimalen Input (Zeit, Geld, Ressourcen) das Maximum erreicht werden soll.

Product impliziert, dass etwas erschaffen werden soll, das von einem (End-)Kunden genutzt und gekauft wird. Dementsprechend setzt genau dieser Kunde, diese Gruppe von Stakeholdern und ihr Feedback die Messlatte für die Entwicklung.

“V” wie “Viable”: Eine Lösung ist „viable“, wenn es ihr gelingt, die Erwartung zu erfüllen. Diese Erwartung unterscheidet sich jedoch von Stakeholder zu Stakeholder. Ein von allen Beteiligten akzeptiertes Verständnis dessen, was „viable“ für ein Produkt oder Projekt bedeutet, entscheidet über Erfolg oder Scheitern eines Teams, das sich für MVP als Ansatz entscheidet.

Abhängig von der Ausbildung, der aktuellen Rolle, der subjektiven Wahrnehmung einer Situation und vieler anderer Variablen hat jeder Stakeholder wohlmöglich ein radikal unterschiedliches Verständnis dessen, was „viable“ meint. Insofern ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen MVP die frühzeitige Klärung und kontinuierliche Abstimmung dieser unterschiedlichen Erwartungen der einzelnen Stakeholder.

Eine Möglichkeit, frühzeitig die gröbsten Missverständnisse auszuräumen, hat der Lean Coach Henrik Kniberg vorgeschlagen. Je nach Hauptziel des Teams und seiner Key Stakeholder wird „viable“ durch drei weitere Begriffe ersetzt. Diese machen die vielen Facetten konkreter und helfen dabei, das Konzept MVP je nach Kontext zu schärfen:

Minimum Testable Product: Jeder Versuch, bei dem sich (kleine) Hypothesen klassisch testen lassen. Den Anfang machen die Thesen, die den größten Gewinn, in Bezug auf Wissen über Machbarkeit, Funktion, Value Propositions, Risiken oder Chancen bieten.

Minimum Useable Product: Jeder Versuch, der dem Nutzer einen (begrenzten) Nutzen bietet und der es ihm erlaubt, zu einer möglichen Verbesserung des Produkts Feedback zu geben. Der Fokus liegt weiterhin auf den Dingen, die den größten Mehrwert in Bezug auf Nutzen oder Feedback versprechen.

Minimum Loveable Product: Jeder Versuch, den der Nutzer so gut findet, dass er das Produkt tatsächlich kaufen, dauerhaft nutzen oder anderen empfehlen würde. Im Idealfall ergibt sich das Minimum Loveable Product aus den durch Minimum Testable und Minimum Useable Products gewonnen Einsichten.