Produktdatenfeed

Definition von Produktdatenfeed Marcel Hollerbach
27. März 2018 |  1754  1
Marcel Hollerbach

Der Begriff Produktdatenfeed wird hauptsächlich im E-Commerce verwendet. Er bezeichnet einen Datensatz, der alle Informationen zu einem Artikel, wie Produktbezeichnung und –beschreibung, Preis und Link in einer bestimmten Form enthält. Diese Daten werden für unterschiedliche Online-Plattformen und Produktsuchmaschinen, wie beispielsweise Amazon, eBay oder Google Shopping verwendet, auf denen Produkte im Web zum Kauf angeboten werden.

Am Beispiel von Google Shopping wird im Folgenden veranschaulicht, warum Produktdatenfeeds wichtig sind, wo sie zum Einsatz kommen und warum sie gepflegt werden müssen. Produktsuchmaschinen werden für Onlinehändler oder Shopbetreiber immer relevanter, da sie Traffic generieren und damit auch Umsatz. Anbieter können so ihre Reichweite steigern und potenzielle Kunden auf ihre Website locken. Um die eigenen Produkte auf Google Shopping bewerben zu können, müssen Webshops zuerst ein Konto im Google Merchant Center eingerichten, wo sämtliche Produktdaten des Händlers erfasst werden müssen. Dabei gibt Google strikte Rahmenbedingungen vor, die man einhalten muss. Die Suchmaschine möchte damit sicherstellen, dass die Qualität der Produktdaten steigt. Abgefragt werden bei Google 24 Pflichtattribute und 40 optionale Attribute. Pflichtattribute sind beispielsweise die Produkt-ID, der Produkttitel sowie Produktbeschreibung und der (Bild-)Link. Optionale Attribute sind beispielsweise die Verfügbarkeit oder ein Sonderangebotspreis und –zeitraum. Eine detaillierte und aktuelle Spezifikation des Google Merchant Centers ist im Google Support zu finden. Werden die Daten den Anforderungen nicht gerecht, lehnt Google unter Umständen Artikel ab oder sperrt das gesamte Merchant Center-Konto. Die Platzierung der Verkaufsangebote bei Google hängt deshalb stark davon ab, wie vollständig und aktuell ein Produktdatenfeed ist.

Sucht ein potenzieller Käufer beispielsweise ein Fahrrad in der Suchmaske von Google, werden ihm automatisch verschiedene Angebote gemacht. Aufgereiht befinden sich in den Shoppinganzeigen Angaben zur Art des Fahrrads, dem Rahmen- und der Reifengröße bis hin zum Preis, dem Anbieter sowie Angaben zu Versandkosten und Kundenbewertungen. All diese Informationen werden von Google aus den bereitgestellten Produktdatenfeeds der Händler zusammengefasst. Je besser die Daten gepflegt sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass Google das Angebot in Betracht zieht und dem Interessenten ausspielt.

Während Unternehmen durch die Pflege und Optimierung der Produktdaten die Präsenz ihrer Marke und ihren Abverkauf steigern können, profitieren Interessenten von einem breiten Angebot, das jeweils die zentralen Daten zum betreffenden Produkt enthält. Je detaillierter und umfangreicher die Produktinformationen sind, desto höher ist später die Wahrscheinlichkeit eines tatsächlichen Kaufs.

Sind die Produktdaten weniger gut gepflegt, hat das meist negative Konsequenzen. Google hat das Verhalten von Online-Shoppern untersucht und herausgefunden:

  • 40 Prozent haben ihre Online-Einkäufe aufgrund von mangelnden Produktdetails zurückgesendet
  • Zwei Drittel haben ihren „Warenkorb“ aufgrund von fehlenden Informationen abgebrochen
  • Bei 86 Prozent ist es unwahrscheinlich, dass sie abermals bei dem gleichen Händler einkaufen, welcher fehlerhafte Produktinformationen angegeben hat

Sauber gepflegte Produktdatenfeeds mit umfangreichen Produktinformationen sind die Basis für die Produktlistung auf Werbeplattformen. Nur durch ausreichend beschriebene Artikel, kann eine zuverlässige Ergebnisqualität gewährleistet werden. Die Optimierung dieser Daten ist zwar zeitaufwendig, steigert jedoch die Performance der Webshops.